Ausstellung: „War mein Opa Nazi?“

Eine raumumgreifende Szenografie zur Rahmung der Ausstellung im Mahnmal Kilian e. V. Kiel.

Der Ausstellungsentwurf War mein Opa Nazi? im Flandernbunker Kiel widmet sich künstlerisch dem Umgang mit individuellen Familiengeschichten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Mein Beitrag dient dazu, einen szenografischen Rahmen für die Arbeiten ausgesuchter Künstler:innen zu schaffen. Dazu wird das Innere des Ausstellungsraums verhüllt: Ein lichtdurchlässiges, nicht-blickdichtes Textil abstrahiert die Wahrnehmung der Bunkerwände und rückt das faschistische Gebäude in den Hintergrund. Leuchtstoffröhren fluten die vernarbten Mauern von unten, sodass das Wandrelief hinter dem Stoff wahrnehmbar hervortritt. Teile der Decke und des Fußbodens werden mit demselben weißen Stoff bespannt und so entsteht eine die Besucher:innen umfassende Sphäre.
Die Installation schafft eine zweite Ebene, die sich von der dominanten und harten Atmosphäre des Bunkers unterscheidet und so den Schritt zur Vergangenheitsbewältigung erleichtert. Durch die Verhüllung wird mit Erwartungen auf eine direkte, klare Vermittlung von Positionen gebrochen. Stattdessen steht im Mittelpunkt die Besinnung auf die individuelle Vergangenheit, ohne erhobenen Zeigefinger. Die Ausstellung wurde 2019 eröffnet und aufgrund positiver Resonanz mehrfach verlängert.